25.11.2009 / Düsseldorfer Anzeiger

 

Ein neuer Friedhof

 

Das Bestattungshaus Frankenheim hat jetzt ein weiteres Kolumbarium eröffnet.

 

Der Fußball fällt ins Auge, "Auf Wunsch gibt es den auch mit dem Logo Ihres Lieblingsvereins", erklärt Claus Frankenheim. Der Fußball ist eine der ersten Urnen, die im neuen Kolumbarium im Bestattungshaus an der Münsterstraße beigesetzt wurden.

 

Yvonne Hofer

Einen solchen Urnen-Friedhof hat Frankenheim bereits 2006 in Garath eröffnet. Dieses Angebot wird jetzt durch das neue Kolumbarium an der Münsterstraße ergänzt. Die neue Bestattungsart ist eigentlich eine ganz alte. Bereits im antiken Rom wurden Tote auf diese Weise beigesetzt.

 

Der neu gestaltete Raum an der Münsterstraße ist in hellen, freundlichen Farben gehalten. Die Urnen-Nischen sind aus Birkenholz, kleine Ablagen vor der jeweiligen Nische ermöglichen individuellen Schmuck - eine Blume, ein Stofftier.

"Die Nischen sind so groß, dass zwei Urnen hinenpassen - für ein Ehepaar beispielsweise", sagt Claus Frankenheim. Auch gibt es hier Familien-Nischen, die Platz für bis zu fünf Urnen bieten.

Träger der Kolumbarien ist die Alt-Katholische Kirche. Deren Dechant, Jürgen Wenge, erklärt "Wir möchten dem Anonymen etwas entgegen setzen. Die Menschen hatten im Leben einen Namen und den sollen sie auch nach ihrem Tod haben."

"Unsere Friedhöfe sehen demnächst aus wie Golfplätze ohne Löcher", mutmaßt Claus Frankenheim. Anonyme Bestattungen in Rasenfeldern sieht er mit gemischten Gefühlen. Als Begleiter von Trauergruppen macht er immer wieder die Erfahrung, dass Angehörige ein echtes Problem haben, wenn es keinen konkreten Ort gibt, von dem sie wissen, dass dort der Verstorben liegt.

Die Gründe für die Tendenz zur namenlosen Bestattung sind vielfältig. Die Angehörigen wohnen in einer anderen Stadt, es gibt niemand, der sich ums Grab kümmern kann oder man will schlichtweg die Grabpflege-Kosten sparen. Die "Perversion an Bestattung" ist für Frankenheim das Verstreuen von Asche auf einer Wiese.

Die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit für eine Urne im Düsseldorfer Kolumbarum beträgt 12 Jahre. Das heißt, so lange muss die Urne auf jeden Fall hier bleiben. Nach Ablauf der Frist, kann man jährlich verlängern. "Wer einstellt, zahlt separat einen Betrag von 120 Euro. Dafür wird die Urne später wahlweise im Element Wasser oder Erde beigesetzt", erklärt Frankenheim. Pro Jahr kostet die Nische 155 Euro. Ein Chipkarten-System ermöglicht Angehörigen den Zugang zum Kolumbarium zu jeder Tages- und Nachtzeit. "Hier ist es warm, trocken und sicher."

..........................................................................................................

Kolumbarium

Schon im antiken Rom wurden Urnen in übereinander liegenden

Nischen beigesetzt, die an Taubenschläge erinnerten. Deshalb

leitet sich der Name auch vom lateinischen Namen für

Taube - "Columba" ab.