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Anmerkung

Die Familientradition setzt sich fort

Die nächste Generation der Familie Frankenheim, die Schwestern Juliane und Victoria Frankenheim, bereiten sich bei einer Deutschlandtour durch das Bestattungswesen auf ihren Eintritt in den Familienbetrieb vor. Nach mehrwöchigen Praktika bei Bestattern in Hannover und Kiel ist das Frankenheim Nachfolgeteam derzeit beim Bestattungsinstitut GE-BE-IN in Bremen, um dort praktische Erfahrungen zu sammeln.
Lesen Sie dazu den GE-BE-IN Artikel „Plötzlich Bestatter“

 

Aushändigung der Totenasche nach Ablauf der Ruhezeit?

Die Diskussion um den Verbleib „ausgeruhter“ Totenasche auf dem Friedhof oder Herausgabe von Urnen samt Totenasche dauert an. Das Thema polarisiert. Rechtsexperten, Politiker und Kirchen argumentieren mit gesetzlichen Vorschriften, Totenfürsorgepflicht und „postmortaler Menschenwürde“ und legen diese je nach Blickwinkel pro oder contra aus.

Was also, wenn Angehörige aufgrund ihres Totenfürsorgerechts die Herausgabe der Urne (samt Totenasche) nach Ablauf der Ruhezeit verlangen?

Eigentlicher Streitpunkt in Bezug auf Herausgabeansprüche ist die Frage, ob der Herausgabe der Totenasche nach der Ruhezeit Rechtsvorschriften entgegenstehen.

In Deutschland regeln die Bestattungsgesetze der Länder, wie mit den Verstorbenen zu verfahren ist. Ein wichtiger Bestandteil ist der sogenannte „Friedhofszwang“. Dieser schreibt vor, dass eine Beerdigung außerhalb eines Friedhofsgeländes nicht zulässig ist. Ausnahmen bilden hier lediglich die Seebestattung und die Naturbestattung in einem Wald. Nach deutschem Recht ist es den Angehörigen nicht möglich, selbst über die sterblichen Überreste des Verstorbenen zu verfügen.

Einige Landesbestattungsgesetze enthalten außerdem Bestimmungen, die besagen, dass aufgefundene Gebeinen, Sargteilen und Urnenresten nach Ablauf der Ruhezeit in geeigneter Weise innerhalb des Friedhofes zu bestatten sind.

So wollen manche Experten den Friedhofszwang so verstanden wissen, dass menschliche Leichen und Aschen ihre letzte Ruhe ausschließlich und dauerhaft auf Friedhöfen zu finden haben. Dies gelte zeitlich unbefristet. Eine gegen den erklärten Willen der Totenfürsorgeberechtigen herbeigeführte Endbeisetzung auf Friedhöfen wird jedoch auch kritisch gesehen.

Unstrittig zu sein scheint, dass ein Herausgabeverlangen hinsichtlich einer Überurne / Schmuckurne an sich nach eigentumsrechtlicher Bewertung (gem. §95 BGB) gerechtfertigt wäre, da sie ihren vorübergehenden Zweck – nämlich die Totenehrung während der Ruhezeit – erfüllt hätte. Problemlos sei dies bei Kolumbariums-(Über-)Urnen, die keiner Ausgrabung  bedürfen. Bei eingegrabenen Urnen scheint die Trennung von Überurne und Totenasche nach Ablauf der Ruhezeit problematischer. Da vielerorts bereits die Verwendung zersetzbarer Urnen, sog. Bio-Urnen, vorgeschrieben ist, wird ein Herausgabeverlangen wohl mittel- bis langfristig ausscheiden, weil diese (idealerweise) während der Ruhezeit vergangen sein sollen.

Im internationalen Vergleich ist der rigorose Friedhofszwang in Deutschland (sowie in Österreich und Italien) übrigens die Ausnahme.

Bereits seit einigen Jahren wird über eine mögliche Lockerung des Friedhofszwangs diskutiert. Erste Schritte sind neue und flexiblere Bestattungsgesetze, die beispielsweise die Verstreuung oder Einbringung von Totenasche ohne Behältnis ermöglichen oder – wie im Land Berlin – die Abschaffung der Sargpflicht.

Als erstes Bundesland beschloss Bremen ein ab 1.1.2015 geltendes Gesetz, das das Verstreuen von Totenasche auch auf privaten Grundstücken erlaubt. Allerdings müssen auch hier mehrere Bedingungen erfüllt sein, bevor ein solcher Antrag gebilligt wird. So muss der Verstorbene in einer schriftlichen Verfügung einen „Verstreuungsort“ sowie eine Person zur „Totenfürsorge“ bestimmen sowie seinen letzten Hauptwohnsitz in Bremen haben.

Stellen wir uns die Frage:

Entspricht der Friedhofszwang noch den Vorstellungen unserer Gesellschaft? Oder haben nicht immer mehr Menschen den Wunsch, selbst bestimmen zu können, was mit ihrer Totenasche passiert?

Verletzung des Totenfürsorgerechts oder Sicherung der sog. postmortalen Menschenwürde auch nach Ablauf der Totenruhe?

 

Quellen:

Spranger, Zum Umgang mit Totenasche nach Ablauf der Ruhezeit, in: Friedhofskultur 02/2016, S. 30 – 31
Barthel, „Ausgeruhte Totenasche bleibt auf dem Friedhof, in: Friedhofskultur 02/2016, S. 32- 34
Hoesmann, Neues Bestattungsrecht mit Tücken, in: Weserkurier v. 16.01.2015
dpa, Die Totenasche darf in Bremen im Garten verstreut werden, in: RPonline v. 23.11.2014
BestG NRW § 15 Abs. 5 Satz 2
BremBestG  § 4 Abs. 3 Satz 1

Ausflug zu Naturruhestätten

Naturruhestätten & Krematorium

Frankenheim Mitarbeiterausflug nach Holland am 2. Juni 2016

Immer mehr Menschen interessieren sich für Naturruhestätten, weil für viele die Verbundenheit mit der Natur auch für die letzte Ruhestätte von großer Bedeutung ist. In Deutschland sind aufgrund unserer gesetzlichen Vorschriften nur Naturruhestätten für Urnen erlaubt. In Holland ist das anders, hier dürfen auch Särge in der Natur bestattet werden. Mit einer kleinen Kollegengruppe des Bestattungshauses Frankenheim machen wir uns am 2. Juni auf den Weg ins nahe gelegene Holland, um uns diese ungewöhnlichen Friedhöfe und ein Krematorium einmal „live“ anzuschauen.

Unsere erste Station ist die in Wälder, Wiesen und Äcker eingebettete Naturbegräbnisstätte Venlo-MaasbreeParkplatzDieser Friedhof hat keine Zäune, Abgrenzungen oder Markierungen – die Grabstätten sind willkürlich verstreut überall im Wald. Wirklich sichtbar sind sie aber eigentlich gar nicht. Ab und an sehen wir kleine Holztäfelchen, die die Angehörigen selbst beschriftet oder bemalt haben. Hier bleibt alles der Natur überlassen – über und unter der Erde. Die Atmosphäre ist dennoch persönlich und sehr friedlich. Unsere Gruppe ist geteilter Meinung – die einen können sich vorstellen, hier beerdigt zu werden. Andere finden schon alleine den Gedanken daran völlig undiskutabel.

Lichtung Naturbegraebnisstaette-geschn HolzscheibeMimi HolzscheibeBruderherz

 

 

 

 

 

 

 

Beindruckt fahren wir nun weiter zum Krematorium Midden-Limburg in Baexem. Von außen ein modernes, eher nüchternes Gebäude mit klar strukturierter Architektur, im Inneren erhalten wir einen Einblick in ein sehr stimmiges Konzept zum Abschiednehmen. Trauerfeiern mit anschließender Bewirtung sind hier in großem Stil und mit modernstem Equipment möglich. Wir erfahren, dass für unsere holländischen Nachbarn 200 bis 300 Besucher bei einer Trauerfeier durchaus nicht ungewöhnlich sind. Dann stehen wir gemeinsam in einem Raum direkt vor dem Verbrennungsofen, der auch ohne aktiv zu sein noch sehr viel Hitze abgibt. Uns alle befällt ein etwas mulmiges Gefühl – also lieber wieder raus. Durch einen langen Glasflur mit Blick auf eine wunderschöne Wasserlandschaft geht es weiter zu den Bewirtungsräumlichkeiten. Alles ist sehr hell, freundlich und modern gestaltet. Direkt vor dem Krematorium gibt es ein kleines Verstreuungsgrabfeld. Hier wird die Asche auf der Oberfläche verstreut und ist zum Teil noch sichtbar. Wir alle sind uns einig, dass diese Form der Beisetzung  nicht unserer Vorstellung von Pietät und Würde entspricht und wir machen uns auf den Weg zu unserer letzten Station.

Die Naturruhestätte Bergerwald (Natuurbegraafplaats Bergerbos) in St. Odiliënberg im Bezirk Midden-Limburg liegt ca. 5 km südlich von Roermond und hat eine Fläche von ca. 100.000 qm. Zunächst fällt unser Blick auf eine schöne Kapelle in Holz-Glas-Achitektur, die sich sehr harmonisch in den Wald einfügt. Es gibt nur einen einzigen angelegten Weg, alle anderen Pfade und Wege ergeben sich natürlich. Ein Übersichtsplan und Orientierungspunkte helfen  dabei, die Grabstätten wieder zu finden. Auch hier sind die Gräber willkürlich im Wald verteilt und mit Findlingen, Wurzeln oder Holztafeln  gekennzeichnet. Es gibt auch einen aus natürlichen Materialien gestalteten Gedenkplatz unter freiem Himmel, der momentan sogar von einem grünem Blätterdach bedeckt ist. Was für ein schöner Ort für persönliche Momente und individuelle Abschiedsfeiern. Inmitten der riesigen Bäume, Gräser und wilden Sträucher erleben wir die ganz besondere Atmosphäre des Bergerwalds. Dieser Naturfriedhof hat seinen ganz eigenen, ja sogar fast magischen Charme, der uns alle trotz heftigen Regens in seinen Bann zieht.


Hier finden Sie mehr Informationen über die Naturruhestätten und das Krematorium in Holland:

http://www.natuurbegraafplaats.nl/venlo-maasbree/de/startseite

http://www.natuurbegraafplaats.nl/bergerbos/de/bergerbos

https://www.dela.nl/uitvaartlocaties/Crematorium-Baexem-midden-Limburg


 

„Der letzte Weg“ von center.tv – eine Reportage im Bestattungshaus Frankenheim

Christian Zeelen von center.TV im Gespräch mit Claus Frankenheim
über Bestattungen und Trauerbegleitung in Düsseldorf

Erhalten Sie einen Einblick in Bestattungsarten, das Kolumbarium im Hause Frankenheim und erfahren Sie, was eine Angehörige über diesen etwas ungewöhnlichen Urnen-Friedhof denkt.  Ehemalige Teilnehmer einer Trauergruppe berichten über ihre Erfahrungen mit Trauerbegleitungsangeboten.

Quelle: Mitschnitt von center.tv

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